F. Schubert: Messe in Es-Dur

Kategorie
Tournee
Datum
22. Juli 2018
Veranstaltungsort
87724 Ottobeuren, Deutschland

Franz Schubert

Messe Es Dur D950

Offertorium "Intende Voci" D963

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Johanna Winkel SOPRAN | Sebastian Kohlhepp TENOR | Thomas E. Bauer BASS

Kammerchor Stuttgart
Klassische Philharmonie Stuttgart

Frieder Bernius

Vertonungen des lateinischen Messordinariums sind oft unter dem Zwang von Gebrauchsmusik entstanden, einem Mittel zum Zweck der musikalischen Unterstützung der liturgischen Messfeier. Große Komponisten haben es – selbst wenn sie in Dauer und Besetzung diesem Zweck untergeordnet waren – dennoch verstanden, diesen Werken ihre Handschrift einzugravieren. Aber es gibt auch Vertonungen des Ordinarium Missae, die deutlich spüren lassen, dass ihr Schöpfer über all das hinaus will. Wo er mit der fünfteiligen Messe wie in vier Sätzen einer Symphonie alles ausdrücken möchte, was der äußerst facetten- und kontrastreiche Text an musikalischen Gestaltungsmöglichkeiten bietet.

Schuberts letzte Messe Es-Dur ist dafür ein gutes Beispiel. In diesem Werk, das oft auch als sein Requiem bezeichnet wird, zeigt er ein letztes Mal, wie vokale und instrumentale Partien vollendet verschmelzen können und wie er trotz eines engen Wort-Ton-Verhältnisses Bögen symphonischen Ausmaßes spannen kann. Melodische und harmonische Feinheiten finden sich wie in kaum einem anderen Werk des 31-jährigen Komponisten, das ein halbes Jahr vor seinem Tod entstanden ist. Lediglich die Länge beider Fugen, am Ende des Gloria und des Credo, lassen erahnen, warum Schubert in seinem letzten Lebensjahr noch einmal kontrapunktischen Unterricht bei Simon Sechter in Wien nehmen wollte.

In diesem chorsymphonischen Werk, in dem die Partien des Chores gegenüber den Soloterzetten und -quartetten dominieren, müssen vokale und instrumentale Partien gut zusammengewachsen sein. Das ist eine hervorragende Herausforderung für die nun seit über 10 Jahren bestehende Partnerschaft zwischen Kammerchor und Hofkapelle Stuttgart, innerhalb der das Orchester mit seinem historischen Instrumentarium in der Stimmtonhöhe 430 Hz bestens für das Zusammenspiel mit den Stimmen geeignet ist.

 
 

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