Lindpaintner: "Der Vampyr" - Konzertmitschnitt im SWR2

Kategorie
Radiosendungen mit Frieder Bernius
Datum
2. April 2017 20:03

Peter von Lindpaintner: Ouvertüre, Arien und Duette aus "Der Vampyr"

Franz Schubert: 4. Sinfonie c-Moll D 417

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Sarah Wegener (Sopran)
Colin Balzer (Tenor)
Samuel Hasselhorn (Bariton)
Hofkapelle Stuttgart
Leitung: Frieder Bernius
(Mitschnitt des Konzert vom 13. Januar im Forum am Schlosspark Ludwigsburg)

Es ist immer wieder beeindruckend, was Frieder Bernius bei seinen Bibliotheksvisiten zutage fördert. Erst vor kurzem ist der Dirigent und rührige Musikdetektiv erneut einer musikhistorischen Rarität auf die Spur gekommen: einer Oper des 1791 geborenen Peter Joseph von Lindpaintner, der in seinen mehr als 30 Jahren als Hofkapellmeister in Stuttgart das Opernorchester zu einem der führenden Klangkörper Deutschlands machte und dort auch als Komponist zu Ehren kam. Seine Oper "Der Vampyr" entstand 1828, und der Plot zeigt, dass die nachtaktiven Blutsauger nicht erst seit Dracula und Co. für wohliges Gruseln beim Publikum sorgen. Und wie könnte es anders sein, liegt auch dem "Vampyr" eine Dreiecks-Liebesgeschichte zugrunde: Dem Sohn des Grafen Aubry versprochen, verliebt sich Isolde, die Tochter des Grafen Port d'Amour, in Hippolyt. Da sich ihr Vater nach dem Tod des Grafen Aubry nicht mehr an die Abmachung gebunden fühlt, steht der Heirat von Isolde und Hippolyt scheinbar nichts mehr im Wege. Doch in diesem Moment steht der junge Aubry in der Tür und will sich – in Manier eines Vampirs – rächen. Das Gruseloper-Potpourri kombinieren Bernius und die von ihm gegründete, auf historischen Instrumenten musizierende Hofkapelle Stuttgart mit einer frühen Sinfonie des Lindpaintner-Zeitgenossen Franz Schubert - seiner Vierten, die ihrem Untertitel zum Trotz weniger tragisch als vielmehr dramatisch zupackend ist und so mit dem "Vampyr" eine wunderbare Symbiose eingeht.

 
 
 

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